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Stimme Russlands – Syrien: Passende und

Stimme Russlands –
Syrien: Passende und unpassende Berichte

Die Vereinten Nationen haben in dieser Woche zwei Berichte zur Lage in Syrien veröffentlicht. Erwähnung in den Hauptnachrichten von ARD und ZDF am Abend, die von Millionen Bürgern verfolgten Sendungen tagesschau und heute, fand nur ein Report, der über den Einsatz von Giftgas. Nach Einschätzung von UN-Chemiewaffeninspektoren ist bei einem Angriff am 21. August in der Region Ghouta bei Damaskus das Nervengas Sarin eingesetzt worden. Dafür gebe es „klare und überzeugende“ Beweise, heißt es in der 38 Seiten umfassenden offiziellen Untersuchung, die dem Weltsicherheitsrat jetzt vorgelegt wurde. Das Gas sei mit Boden-Boden-Raketen verschossen und „auch gegen Zivilisten, darunter viele Kinder“, eingesetzt worden.

Wer die Verantwortlichen für das Kriegsverbrechen sind, das sagen die UN-Experten ausdrücklich nicht. Im Weißen Haus in Washington, bei den Regierungen in Paris und London waren sie dennoch schnell ausgemacht, und auch in den Redaktionsstuben hierzulande. Sie standen ja schon vor jeder Untersuchung vor Ort im syrischen Kriegsgebiet fest: Hinter den tödlichen Giftgasangriffen können nur die Regierungstruppen stecken, so die einhellige Diktion. Die Nichtbenennung im offiziellen UN-Dokument hindert nicht an der Feindbildpflege. Schuldiger ist Assad. Schuldiger kann nur Assad sein. Immer.

Die US-Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch macht den Verantwortlichen beim „Zwischen den Zeilen“-Lesen des Chemiewaffenberichts aus. Gefundene Teile von 330-Millimeter Raketen, die mit 50 bis 60 Liter Sarin gefüllt werden können, als auch die 140-Millimeter-Raketen russischer Bauart gehörten zum Arsenal der syrischen Armee. Diese seien nie in Hand der Aufständischen gesehen worden. Auch der Einsatz einer solch „bedeutsamen Menge“ an Sarin weise auf eine Verantwortung der Assad-Regierung hin.

Leider fragt keiner kritisch nach, ob Human Rights Watch die mittlerweile rund 1000 verschiedenen Rebellengruppen auch immer alle im Blick hat, vor allem, welche Waffen sie jeweils in der Hand haben. Indirekt räumt die US-Organisation immerhin ein, auch Assads Gegner verfügen wohl über Giftgas, nur nicht in „solch bedeutsamen Mengen“.

Türkische Zeitungen berichteten in der vergangenen Woche, daß Islamisten der Al-Nusra-Front, ein Al-Qaida-Ableger in Syrien, vor mehreren Monaten versucht haben, in der Türkei Ausgangsstoffe für den chemischen Kampfstoff Sarin zu kaufen. Gegen einen im Mai festgenommenen Syrer hat die türkische Staatsanwaltschaft jetzt Anklage erhoben. Den Weg in die Mainstream-Medien in Deutschland, die öffentlich-rechtlichen eingeschlossen, hat diese brisante Information nicht gefunden. Sie passt nicht ins sorgsam gepflegte Feindbild. Sie würde nicht zuletzt die problematische Frage aufwerfen, wer denn die Giftgasbestände der Aufständischen kontrollieren und vernichten wird …

Der Bericht des UN-Menschenrechtsrates, der ebenfalls in dieser Woche offiziell übergeben, von ARD und ZDF aber nur unzureichend abgebildet wurde, beklagt die von beiden Seiten, Aufständischen wie Assad-Anhängern, ausgehende Gewalt. In dem Report beschreibt aber auch eine deutliche Zunahme von Tötungen und anderen Verbrechen durch Oppositionsgruppen im Norden Syriens.

Leider ist es nicht nur so, dass kaum einer kritische Fragen stellt. Kritische, die eigenen Position infrage stellende Ansichten und Äußerungen werden einfach totgeschwiegen – selbst wenn sie von Kollegen kommen. In der vergangenen Woche ist der italienische Kriegsreporter Domenico Quirico in Syrien freigekommen. Mit ihm der Belgier Pierre Piccinin. Sie waren mehrere Monate von Aufständischen in Geiselhaft gehalten worden. Über die brisanten Aussagen und Anschuldigungen der Beiden gegen ihre Kidnapper haben sich die großen Medien Deutschlands – im Gegensatz etwa zur Presse in Italien und Belgien oder Russland — einfach ausgeschwiegen. Ein ungeheurer Vorgang. In Interviews mit etablierten Zeitungen und dem Radiostationen…

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